01.09.2007

28. Tag Freitag, 31.8.07

Rif Pastore Borca Valle Ancasca
Die Polenta fuer die Pferde hatte in der Nacht im Holzschuppen Besuch bekommen. Auf jeden Fall schwammen in der Früh ein Dutzend Würstchen in der Polentaschüssel. Komisch waren nur die Schnüre an den Enden. Als ich mich entschied, einfach mal eine mit den Fingern rauszufischen, war die Ueberraschung auf meiner Seite. Wir hatten eine ganze Generation Mäuse ertränkt. Ich warf sie alle raus und mischte das Kraftfutter drunter. Den Pferden hat es trotzdem geschmeckt. Es muss wohl eine reinliche Mäusefamilie gewesen sein. Nach einem Rif Fruehstueck und noch weiteren Fotos ziehen wir die GTA suchend den Weg hinunter, den wir am Tag zuvor hochgekommen sind. Nur um festzustellen, dass es gar keine GTA gibt, sondern einen Weg7A. Mal wieder auf die falschen 50 % gesetzt. Wir kehren wieder um und klettern den Weg wieder hinauf und folgen dem Pfad zum Törl hinauf. Colle de Turlo heisst er auf der Karte und ist 2738 m Hoch. Ein gut ausgebauter Valser Weg fuehrt hinauf, durch die mittlere Alp, an der oberen Alp vorbei und zum Pass hoch. Beim Aufstieg erhaschen wir immer wieder einen Blick auf den Monte Rosa, der jetzt im Licht der Sonne erstrahlt. Die Entscheidung einen Tag Pause einzulegen war richtig. Wir haben strahlend blauen Himmel. Wir überhohlen alle Wanderer den Pass hoch und geniessen die tolle Aussicht ins Valle Quaraza. Herrlich hier oben. Könnte süchtig machen. Der Abstieg über von den Valdensern erbauten Steinserbentinen dauert lange und führt an einer Herde Haflinger vorbei. Unten im Tal schimmerd smaragdgrün ein See. Wir machen bei einer Alp auf 1600 m Rast und geniessen unseren Lunch, während die Pferde grasen. Der Weg folgt jetzt dem Flusslauf und wir können die Fesseln der Pferde mal wieder kühlen. Bald kommen wir zu den ersten Häusern und zu dem See, den wir schon von oben gesehen haben. Eine Bar laedt zum Radler ein und während wir es trinken, zerreisst Flash den Karabiner an seinem Zügel. Ich nehme die Zügel vom Halfter und Flash bleibt stehen, wie wenn er angebunden wäre. Ich erneuere den Karabiner und wir führen die Pferde auf der Fahrstrasse hinunter nach Borca und Macugnaga. Unterwegs treffen wir eine Gruppe Reiter aus Macugnaga und im dortigen Reitstall erhalten wir wohl ein letztes mal Kraftfutter. Die weit über 70 Jahre alte Dame besteht darauf uns das Kraftfutter zu schenken und will partout kein Geld annehmen, im Tausch akzeptiert sie dann einen schwarzwälder Kirschlikör und wünscht uns eine gute Reise. Wir gehen die Teerstrasse weiter runter und kommen an einem kleinen Dorf vorbei. Ich werde herzlich gegrüsst und frage den älteren Herrn, ob er eine Weide fuer unsere Pferde wuesste. Er ruft seine Frau und ich wiederhole meine Frage. Beide nicken und bald stehe ich auf einer 200 qm grossen Weide. Ich rufe Pat, die erst reagiert, als ich sie bei vollem Namen rufe. Sie schaut entsetzt auf. Sie hatte mich nicht gehoert. Die Frau bestellt uns zwei Pizzen, die der Mann holen geht und eine andere Nachbarin macht uns Kaffee für die Thermoskanne. Wir stossen pünktlich auf Christine an und verschlingen unsere Pizzen zusammen mit dem gelieferten Bier. Wir brechen alle Rekorde und liegen um 20.15 in in den Schlafsäcken. Es ist nicht, dass wir sonderlich müde wären, aber die Füsse wollen nicht mehr lä0nger als Ständer dienen.

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30.08.2007

27. Tag Donnerstag, 30.8.07

Alagna Valsesia Rif Pastore
Heute machen wir eine Extremtour am Fusse des Monte Rosa. Wir sehen den Mond gerade noch untergehen, als wir in der Frühe die Pferde füttern. Wir fuehren die Pferde auf der Teerstrasse an Bergwerkstollen vorbei und sehen zu, wie der Himmel wieder zu zieht. Wir entscheiden, auf dem Rif Pastore Pause zu machen, und nächsten Tag erst weiter zu gehen. Auf gut ausgebauten Wanderwegen führen wir die Pferde hinauf und ich gehe mich nach den Möglichkeiten erkundigen. Ein kleines Paradies eröffnet sich, eine fertig eingezaeunte Weide, ein wunderschön gelegenes Refugio und der Ausblick auf den Monte Rosa bieten sich an. Wir satteln ab, stellen die Pferde auf die Weide und verräumen unser Zeugs im Holzschuppen. Später essen wir Mittag und holen den Rest des Nachmittags all die Pausen nach, die wir unterwegs nicht gemacht haben. Nach dem Picknick mit Aussucht fängt es wider an zu regnen und wir legen uns für ein Nickerchen hin. In 2 Tagen geht unsere Reise zu ende. Wir werden knapp 1000 km zurueckgelegt haben, und ueber 30 Paesse mit 40000 Hoehenmetern hochgeklettert und wieder abgestiegen sein. Dabei waren die Abstiege meist muehsamer und anstrengender als die Aufstiege. Die Pause tut uns allen gut.

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26. Tag Mittwoch, 29.8.07

Rassa Alagna Valsesa
Wir entscheiden uns zur Routenaenderung, da wir die Pferde schonen müssen. Statt dem geplanten GTA Weg, nehmen wir eine Militaerstrasse, die uns ins Valle Ansasca und von dort direkt nach Domodossola fuehrt. Später nehmen wir die Teerstrasse und fuehren und reiten das Tal nach Alagna Valsesia hinauf. Unterwegs kuehlen wir die Fesseln der Pferde im Fluss. Das Wetter ist wieder umgeschlagen und es regnet mal wieder. Wir haben unsere Regenausruestung im Haertetest und sie haelt dicht. Nach etwa 5 Std Teer haben wir Alagna erreicht und versuchen ein Nachtquartier zu finden. Der Campingplatz ist nicht geeignet und wir ziehen weiter das Dorf hinauf, wo wir zwei Männer einholen, von denen einer von einer Dame überschwenglich mit bonjourno Sign Proffesore angesprochen wird. Derselbige zeigt sich nach kurzer Zeit interessiert an dem leisen Gang der Pferde und die Pat verwickelt ihn in ein Gespräch auf Deutsch. Wir fragen ihn nach Uebernachtungsmöglichkeiten für die Pferde und er gibt uns den Hinweis auf das Hotel Montagna de la Luce im nächsten Dorf. Wir marschieren rauf und fragen nach Weidemöglichkeiten. Nach einigen Telefonaten erhalten wir die Erlaubnis, die Pferde auf Nachbars Wiese einzuzäunen. Da steht noch völlig jungfräuliches Gras auf 200 qm Fläche. Um 16 Uhr sind die Pferde auf der Weide und wir suchen unser Zimmer auf, um ein weiteres mal unsere vom Einzäunen nassen Schuhe und Socken zu trocknen. Der 2kw Föhn leistet dabei gute Hilfe. Wir gehen ins Dorf zurueck, um einzukaufen, denn die Laeden öffnen erst ab 16 Uhr. Wir setzen unsere Polentapampe fuer die Pferde an. Polenta haben wir in der Bar Heidi in zwei Tueten abgefuellt erhalten und mitgebracht. Diese wird nun im Futtersack mit Wasser und Kraftfutterpellets vermischt und durchgeknetet, so dass eine breiige Masse entsteht, in der die Pellets aufquellen. Die Pferde kriegen Ihre Portion und wir besichtigen das lokale Walsermuseum. Pat findet dort Ihre Kleidergroesse wieder und stellt fest, sie sei halt im falschen Jahrhundert geboren. Anschliessend gibt es mal wieder leckeres Essen, käsegefüllte Ravioli an Walnusssauce und gegrilltes Fillet vom Huhn mit Pommes und Salat, dazu Rotwein. Später gesellt sich ein Italo-deutsches Pärchen zu uns und wir geniessen gemeinsam einen Digestive..

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29.08.2007

25. Tag Dienstag, 28.8.07

Insime Rassa Val Sorbe
Der Campingplatz war super. Die Pferde waren auf einer gut mit Gras bewachsenen und teilweise mit Holz eingezaeunten Wiese mit einzelnen Nadelbaeumen. Wir hatten die Weide nochmals abgetrennt, und uns selber unter einer Baumgruppe niedergelassen. Wir brechen zeitig auf und reiten nach Gaby hoch. Kurz nach Gaby ueberholt uns ein Gelaendewagen, und einer der Leute, die uns in Dondena den Weg erklaert haben, steigt aus und freut sich riesig uns wieder zu sehen. Wir finden den Weg ins Val Loo und der Weg, mit E (leicht) eingestuft fuehrt steil bergan. Als wir oben ankommen tut sich ein weites Tal auf, das mit niedrigen Steimauern in verschiedene Weiden eingeteilt ist. In der Mitte des Tales fuehrt zwischen den Mauern der Weg bergan. Immer mal wieder sind einzelne Steinhaeuser aus rohem Stein in verschiedenen Stadien des Verfalls zu sehen. Auf der ersten Hoehe angekommen bellt ein Hund und eine Frau kommt von oben, um ihn zu beruhigen. Wir halten ein Schwaetzchen mit ihr und klettern weiter hinauf d.H. Pat reitet, und sehen im oberen Haus eine Mutter mit Kind stehen. Sie winkt uns zu. Weiter oben Richtung Pass treffen wir dann auf den vermutlichen Mann der Familie, der hier oben seine Kuehe, sein Pferd und seinen Esel weidet. Flash scheint was gegen das Pony zu haben und fuehrt sich auf. Wir kommen auf die GTA und stehen vor dem Aufstieg zum del Macagno. Er ist nicht gerade als einladend zu bezeichnen, zumal die Pferde und wir muede sind. Aber er wäre der kürzeste Weg nach Riva Valdobia und Richtung Domodossola. Der Hirte ist mit seinen Kühen inzwischen ebenfalls über die Anhöhe gekommen und wärend die Pferde grasen, gehe ich nochmals zu ihm zurück, um mehr über den Übergang zu erfahren. Er zeigt mir die Problematik des Aufstiegs durchs Fernglas und erklärt kategorisch, er wuerde da mit einem Pferd nicht hoch. Nach eingehendem Studium der Karten entscheiden wir den Versuch zu wagen und klettern hinauf. 50 m unter dem Pass übernimmt Pat beide Pferde während ich vollends hochsteige. Der Aufstieg selber auf dem knapp fussbreiten Pfad ist sehr anstrengend, aber 6 m unter der Passhoehe ist dann endgueltig aus, zumindest für die Pferde. Denn ab da führt eine schmale Felsrinne die 6 m hoch, auf der die Pferde keinen Halt finden würden, wenn sie per Gallopsprung da hoch müssten. Also steigen wir wieder ab und konsultieren die Karten noch einmal. Endlich habe ich CH-Karten aus denen das Gelaende wieder ersichtlich ist. Leider nur für den geplanten Weg. Wir haben nur eine Aternative, wir nehmen den anderen Pass. und gehen statt nach Norden nach Osten, das Tal Sorba nach Rassa hinunter. So schön der Aufstieg im Vall Loo war, so beschwerlich ist der Abstieg ins Tal. Einige Steinmaennchen, ab und zu eine Markierung, ansonsten folge man den Schafspuren, von denen ueber 1 000 Stueck hier oben den Sommer verbringen. Über Geröllhalden und durch und entlang von Flussbetten gelangen wir endlich auf einen etwas besseren Weg, dem wir talwärts folgen. Wir und die Pferde sind müde und Flash weigert sich ein paar mal weiter zu gehen. Es regnet wieder und der Weg wird rutschig. Wir sind jetzt 11 h unterwegs und es wird in 3 h dunkel. Eine Stunde spaeter sind wir noch immer sauf dem Weg ins Tal und obgleich der Weg besser ist, scheint es kein Ende zu nehmen. Wir kommen an Ausstellungsstücken der Geschichte vorbei, Köhlerhütten mit den Holzstapeln zur Holzkohlegewinnung und Erzmühlen etc. Es kann nicht mehr weit sein, als ein kleines Häuschen "Heidis Bar" auftaucht. Ich kanns kaum glauben, Pat hat eben davon gesprochen, dass vor ihrem Auge eine Tüte Chips, ein Bier und ein Bett hin und her flögen. Und hier steht es: Heidis Bar und Restaurant. Wir kriegen Heu, eine Weide, ein Abenndessen der extraklasse und Polenta fuer die Pferde. Wir uebernachten unter dem Dach des Minitraktors der Wirtin auf einem Heubett. Als wir Domingo auf die Weide fuehren lahmt er hinten rechts.
Was wird morgen sein?

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28.08.2007

24. Tag Montag, 27.8.07

Isollaz Issime

Sorry, dass die Blogs ausgesetzt hatten, aber ich hatte erst keinen Empfang, dann offensichtlich ein Problem mit dem Telefon. Auf jeden Fall war nach Entfernen der Batterie und der Simkarte der Versand der Blogs erst wieder moeglich. Danke an den persoenlichen techn. Support.

Wir brachten die Pferde runter zum Brunnen, putzten und sattelten auf und ritten auf dem Fahrweg hinauf zum Donduilpass. Oben ist eine super gepflegte Alm, mit sehr netten Bauersleuten, die waren begeistert uns zu sehen und der Sohn fuehrte uns auf dem Viehweg zum Pass hinauf. Wieder haben wir 1200 hm geschafft und fuehren die Pferde in unser erstes Valdenser Tal hinab. Es ist unglaublich in welchen Hoehen und auf welchen Wegen die Bauern hier ihr Vieh halten. Die Leute haben ungeheure Leistungen erbracht, Häuser in diesen Höhen zu bauen, Pfade und Wege anzulegen und Kirchen zu bauen. Da stehen Steinhäuser mit 4 Stockwerken und 100 qm Grundflaeche auf 1600 m Hoehe und es fuehrt ein Mauleselpfad hinauf. Wir gehen durch lichte Waelder dem Berghang entllang und gelangen zu einem Alphof aus dem 15. JH, der noch bewohnt und bewirtschaftet ist. Hochgebirgskultur pur, hier hätte der Almöhi aus Spirigs Heidi wohnen können. Das ebenfalls auf der Weide stehende Pferd entpuppte sich als friedlicher Wallach und wir zogen unseres Weges. Bald erreichten wir die Kirche, die als Versammlungsort und Kommunikationszentrum der Bergler gebaut wurde und von wo aus man mit Signalen ins Dorf hinunter Informationen austauschen konnte. Hier nahm uns die Teerstrasse wieder in Empfang und wir klopften den Weg runter bis nach Isime. Dort kaufen wir ein und genehmigen uns gekuehlte Limo und Chips. Wir reiten auf der rechten Flussseite Richtung Gaby und finden auf dem Campingplatz eine super Weide fuer die Pferde und die Chefin laesst Essen herfahren fuer uns. Duschen, Essen und dann in den Schlafsack, die Pferde geniessen den Klee..

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26.08.2007

23. Tag - Sonntag, 26.08.2007

Rif Dondena Isollaz
Die Hunde werden vom Wirt zur Ruhe gebracht, damit wir ohne das ganze Haus zu wecken, unser Zeugs aus der Kammer räumen und die Pferde satteln können. Das Frühstück ist reichlich und wir führen die Pferde die Naturstrasse hinunter, durch den National-Park Avic, das mich an die Landschaft Schottlands erinnert. Verstreute, ehemals hoch herrschaftliche Häuser und grüne rollende Hügel. Wir erreichen den Weg, der uns über den Col de Croix führt. An grünen Seen vorbei steigen wir, Domingo endlich mal wieder an der Spitze, den Passpfad hoch und kommen bald zum Rif Barbustel. Dort gibt uns der Wirt wertvolle Tips über den weiteren Weg und wir ziehen über einen schönen Gebirgsweg an Seen und Moorlandschaften vorbei ins Tal, wo uns die endlos serpentierende Strasse nach Champdepraz im Aostatal erwartet. Unterwegs steigt uns der Duft von gegrilltem Fleisch in die Nase und uns läuft das Wasser im Munde zusammen. Bilder von gegrillten Steaks auf frischen Brötchen steigen vor dem geistigen Auge auf. Wir finden die Quelle und versuchen an so ein Stück Fleisch zu kommen. Aber dies ist Italien, das Fleisch gibt es nur als secondo Plati eines 5 gängigen Menüs zu 32 Euro pro Person. A Discretion inkl. Wein und Digestive und Kafee selbstverständlich. Wir verzichten etwas frustriert und entscheiden, dass es heute ein Stück Fleisch zum Abendessen gibt. Nach 2 Stunden Teerklopfen sind wir endlich im Aostatal und am ersten Brunnen kühlen wir erstmal die glühenden Füsse und gönnen uns in Verres ein Panache und ein Eis, nachdem die Pferde eines Bauern Kleebestand etwas reduziert hatten. Wir reiten zur Burg hinauf Richtung Villa und finden in Isollaz einen Bauern, der uns Weide, Heu und Kraftfutter überlässt. Nach einer Fuss- und Oberkörperwaschung nehmen wir nochmal 500 m Weg in Kauf, um im Bistro unser 3-Gang Menü zu bestellen. Wir geben den Pferden das zusätzliche Heu auf die Weide und legen uns etwas oberhalb der Weide auf unseren Sattelpads schlafen. Der Vollmond steigt über dem gegenüberliegenden Bergkamm auf und taucht unser Nachtquartier und die Weide in sein sanftes Licht. Kann jemand das Licht löschen, murmelt Pat bevor sie einschläft.